W a s  d i e  K r i t i k  s a g t

Michelin-Führer 2011

Roberto Carturan leitet das von seinem Vater und Namensgeber Alfredo gegründete Restaurant gemeinsam mit seiner Frau Susanne. Sie kümmert sich herzlich um die Gäste, er kocht sehr gute, authentisch-italienische Speisen und berät auch gerne persönlich.


IHKplus | Restaurant-Tipp Dezember 2010 (Text: Joachim Römer)

Wer länger nicht bei Alfredo war, erkennt das Restaurant kaum wieder: Chrom statt Holz, Lamellen statt Stoff und sogar ein Neon-Schriftzug verbreiten großstädtische Coolness, ohne ungemütlich zu wirken. Die passende Bühne für Roberto Carturan, Inhaber, Küchenchef und ausgebildeter Opernsänger obendrein und seine charmante Frau Susanne. Die beiden haben vor gut zehn Jahren das Geschäft von den Eltern übernommen und führen es in ihrem Geiste fort. Kürzlich kam ein Michelin-Stern hinzu. (...)

Damals wie heute gibt es eine berückende Weinkarte, die auch deutschen Gewächsen ihr Recht lässt, aber die Speisenfolge kommt nicht von Papier, sondern wird vom Chef persönlich mit sonorer Baritonstimme vorgetragen. Seine Stimme erklingt außerdem jeden Freitag zur "musikalisch-kulinarischen Soiree": Dann folgt dem Dessert ein kleiner Opernabend.

Gault Millau Deutschland - der Reiseführer für Genießer 2010

Nicht weit von Opernhaus und 4711 ist ein Kölner Phänomen zu besichtigen: Das Ristorante Alfredo empfängt seine Gäste seit rund 40 Jahren. So zurückhaltend elegant wie das angenehm alterslose, in sanften Pastelltönen gestaltete Interieur war auch Alfredo Carturans Alta Cucina in ihren Glanzzeiten - die wir freilich kaum mehr erlebten. (...)

Alfredo Klassiker wie (Eifeler) Lammrücken oder gefüllte Kaninchenkeule sind aber auch unter dem Filius aller Ehren wert. (...)

Der diskrete Service ist immer eine Freude - besonders dann, wenn Robertos vorwiegend heitere Ehefrau Susanne auch an trüben Tagen die Sonne scheinen läßt. (Für musikalische Gourmets ein Must mit doppeltem Genuss: Die Soiréen am Freitag, wenn der Maestro nicht nur kocht, sondern auch italienische Arien schmettert.)


Helmut Gote - Kölner Stadtanzeiger 2010

Dass das "Ristorante Alfredo" schon seit Jahren eines der besten Kölner Restaurants ist und gleichzeitig immer unangefochten den ersten Rang unter den italienischen Lokalen der Stadt besetzte, haben wir in dieser Zeitung ja schon mehrfach festgestellt. Die jetzige Auszeichnung mit einem Stern in der roten Gourmetbibel des Michelin 2011, die unter Köchen immer noch als höchste und damit begehrteste Anerkennung gilt, bestätigt darüber hinaus, was Kenner der bundesweiten Feinschmeckerszene schon wussten: dass Roberto Carturan, als Typ eine unschlagbar sympathische Mischung aus kölscher Jung einer deutschen Mutter und südländischem Charmebolzen mit italienischen Vater auch zu den besten Köchen der Republik gehört, in der nur ganz wenige italienische Restaurants überhaupt mit einem Stern ausgezeichnet werden.

Da der Michelin traditionell keine Begründungen für seine Sterne veröffentlicht oder inhaltlich kommentiert, erzähle ich Ihnen jetzt mal, warum Sie unbedingt ins "Alfredo" gehen sollten, wenn Sie erleben wollen, was moderne italienische Kochkunst auf höchstem Niveau sein kann. Carturans Kochstil ist ein wahres Festival für kulinarische Puristen, die den Eigengeschmack erstklassiger Produkte in filigraner Zubereitung und dezent-subtiler Würzung zu schätzen wissen. Fische und andere Meerestiere kann man einfach nicht besser präsentieren: Die knackigen Langustinos, mit dünn geschnittenem Tramezzini-Brot umwickelt und goldgelb gebraten, liegen neben gehobelten Artischockenscheiben in hocharomatischen Olivenöl. Den taufrischen Jakobsmuscheln, kurz gebraten und deswegen innen noch glasig, reichen Zucchini und Fenchel als Beilage. Die Mischung aus gelben und mit Sepia-Tinte schwarz gefärbten Gnocchi, roten Tomatenwürfeln, grünen Frühlingszwiebeln und perfekt gegarten Pulpo-Stücken ist farblich ein umwerfend schönes und geschmacklich ein wunderbar ausbalanciertes Zwischengericht. Das Piemonteser Spinat-Ei im Glas, mit püriertem Spinat, gedünsteten Blättern und knusprigem Bauchspeck ist eine kulinarische Offenbarung. Schon wenn das Eigelb des pochierten Eis beim Anstechen über den Spinat fließt und gleichzeitig dessen Wärme den Duft der darüber gehobelten Scheibchen von weißem Trüffel noch stärker verströmen lässt ... Zum paniert gebratenen Kalbsbries gibt es Blumenkohlröschen - toskanisch mit Tomate und Rosmarin abgeschmeckt  - zum dicken, saftigen Wolfsbarschfilet auf ligurische Art mit gerösteten Pinienkernen und erstklassigen Taggiasca-Oliven.
Auch wenn es bodenständiger wird, beweisen Carturan und seine Köche, dass solche Gerichte nicht deftig sein müssen. Spanferkel mit Kürbispüree, Ravioli mit einem Ragout aus geschmortem Fleisch von Ochsenrippen in dunkler Sauce und nicht zuletzt der Klassiker des Hauses, die Bandnudeln mit einem hervorragenden Enten-Sugo aus Keulenfleisch sind nur einige Beispiele dafür.

Auch bei den Desserts bleibt das Niveau ganz oben, besonders wenn es schön üppig wird wie beim cremigen Baileys-Parfait mit Pflaumen oder Birnenstückchen unter dichtem Rotweinschaum. Dass Roberto Carturan sein Restaurant im Frühjahr auch noch komplett renoviert hat und der stilsichere Chic von weißen Holzjalousien, modernen Leuchtern, schwarz gepolsterten Designer-Stühlen und prächtigen Blumengestecken nun ebenfalls der Klasse der Küche entspricht, macht den Besuch umso angenehmer.
Susanne Carturan sorgt für den rundum persönlich-freundlichen Service, David Florian für die erstklassigen italienischen Weine (offene ab 6 Euro, Flaschen ab 28 Euro). Darüber hinaus liegen die Preise bei Vorspeisen und Zwischengerichten ab 12,50 Euro und Hauptgerichten ab 20 Euro im unteren Bereich der Sterneklasse. Welch ein kulinarischer Glücksfall für Köln.